Reifentipps
29. März 2009Mängel an Reifen sind eine der häufigsten Ursachen von Verkehrsunfällen, die auf technische Defekte zurückzuführen sind. Zu den größten Gefahrenquellen zählen das Fahren mit Minderdruck, zu hohes Reifenalter und Reifenschäden. Tires24.com gibt Tipps und weist auf Gefahrenquellen hin:
Minderdruck
Vom Fahren mit zu geringem Reifenfülldruck gehen nach wie vor die größten Gefahren aus. Es ist für mehr als jeden dritten Reifenausfall verantwortlich. Bereits bei einem Minderdruck von 0,4 bar besteht bei längeren Fahrten die Gefahr, dass sich der Protektor ablöst. Im schlimmsten Fall kann es zum gefürchteten Reifenplatzer kommen. Die korrekten Einstellungen für den Reifenfülldruck findet man in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs. Ist die Bedienungsanleitung nicht mehr vorhanden, weiß der nächste Reifenfachhändler oder Autohaus der fahrzeugmarke Rat. Bei manchen Autos findet man den Hionweis auf die richtigen Fülldrücke in der Tankklappe, bei anderen an der Fahrertür.
Fülldruck kontrollieren
Reifenexperten empfehlen, den Reifendruck alle zwei Wochen und jedes Mal vor Antritt einer längeren Fahrt zu prüfen und anzupassen – vor allem bei hoher Beladung und bei längeren Autobahnfahrten. Neben dem erhöhten Ausfallrisiko führt das Fahren mit Minderdruck zu erhöhtem Kraftstoffverbrauch, mehr Reifenverschleiß und einer schlechteren Straßenlage des Fahrzeuges. Das Prüfen des Luftdrucks ist etwas lästig, aber beim tanken schnell gemacht. Statt einfach zu warten, bis das Auto vollgetankt ist, kann man die Zeit nutzen und den Fülldruck der Reifen messen. Vorsicht: Die Messung darf nur an kalten Reifen durchgeführt werden. Ist die Tankstelle zu weit weg, empfiehlt es sich, die Messung bis zu einer dem nächsten Fahrtantritt nahegelegenen Tankstelle aufzuschieben.
Messfehler
Ein weiterer Risikofaktor ist die Addition von Messfehlern beim Anpassen des Reifendrucks: Ungenaue Füllgeräte an Tankstellen, das Messen an erwärmten Reifen oder bei hohen Außentemperaturen und Unkenntnis des Solldrucks können zu einem gefährlichen Minderdruck führen. Deshalb sollte der Reifendruck nur bei kalten Reifen geprüft werden. Kommt Ihnen das Ergebnis auffällig vor, sollten Sie an der nächsten tankstelle noch einmal nachmessen. Die Geräte sind zwar grundsätzlich geeicht, können aber dennoch auch mal defekt sein.
Überalterte Reifen
Bei Reifen von einem Alter von sechs Jahren an steigt nach Studien von DEKRA das Ausfallrisiko drastisch an. Die Pneus werden spröde, rissig, auch die Gefahr von Laufflächenablösungen erhöht sich. Besonders gefährdet sind Fahrzeuge mit geringer jährlicher Fahrleistung, wie etwa Wohnmobile, Wohnwagen, Oldtimer, Anhänger und Cabrios. Die Besitzer dieser Fahrzeuge sollten das Alter der Reifen im Auge behalten. Es lässt sich an der DOT-Nummer an der Reifenflanke ablesen. 3602 zum Beispiel bedeutet, dass der Reifen in der 36. Kalenderwoche des Jahres 2002 hergestellt wurde. Ein Reifen mit dreistelliger Nummer stammt noch aus den Jahren vor 2000.
Gerade beim Reifenalter gibt es sehr unterschiedliche Interpretationen. Tires24.com empfiehlt, ab einem Alter von sechs Jahren erhöhte Aufmerksamkeit, ein genereller Austausch ist bei diesem Reifenalter noch nicht erforderlich. Erst bei Erreichen von 10 Jahren sollten die Reifen getauscht werden. Achten Sie beim Reifenkauf auf das Alter der als neu verkauften Reifen. Reifen, die älter als drei Jahre sind, müssen Sie nicht als Neureifen akzeptieren. Hier ist, wenn Sie Vielfahrer sind, zumindest ein Nachlass rauszuhandeln. Wenigfahrer sollten diese Reifen meiden.
Reifen mit langer Lagerungszeit werden gerne im Internet angeboten. Achten Sie deshalb darauf, ob der Anbieter viele Reifen über das Internet verkauft, dann ist das Risiko geringer. Im Zweifel einfach mal nach dem Produktionsdatum fragen. Stellt sich der Verkäufer quer: Hände weg!
Vorschädigung
Sind an einem Reifen Beschädigungen wie Risse, Einstiche oder Beulen zu erkennen, so ist umgehend ein Reifen-Fachmann zu Rate zu ziehen. Auch ein Anprall an der Bordsteinkante kann den Reifen ebenso dauerhaft schädigen wie ein eingefahrener Nagel. Wichtig: Ein Reifen hat ein Gedächtnis wie ein Elefant, d.h. er „vergisst“ die Schädigung nicht und fällt oft erst viel später aus.
Wenn es sich finanziell vermeiden lässt, sollte man keine gebrauchten Reifen kaufen, denn Vorschäden sieht man den Reifen oft nicht an.
Profilbild
Ein einseitig abgefahrenes Profil weist auf eine fehlerhafte Fahrwerkseinstellung hin. Die Ursache sollten Autofahrer unbedingt in einer Fachwerkstatt abklären lassen. Ein beidseitig abggefahrenes Profil und eine leichte bläuliche Verfärbung deutet auf Fahrten mit zu geringem Luftdruck hin, während ein Reifen, der in der Mitte stärker abgefahren ist, auf Fahrten mit zu hohem Luftdruck hinweist.
Profiltiefe
An Sommerreifen mit weniger als drei Millimeter und Winterreifen mit weniger als vier Millimeter Profil ist die Griffigkeit vor allem auf rutschigen oder nassen Fahrbahnen stark herabgesetzt, sie sollten daher möglichst nicht mehr montiert werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern ist unserer Meinung nach nicht ausreichend, da insbesondere bei nasser Fahrbahn ein Reifen mit unter 3 Millimetern Restprofiltiefe bei Regen unsicher ist. Die Profiltiefe messen Sie mit einem Profiltiefenmesser, der bei Reifenhändlern als Werbegeschenk kostenlos erhältlich ist. Zur Not hilft auch eine 1 Euro Münze. Hier sollte der Messingrand im Profil verschwinden, tut er es nicht, haben Ihre Reifen zu wenig Restprofil.
Reifenwechsel
Tires24.com rät Reifen- und Räderwechsel grundsätzlich in der Werkstatt machen zu lassen. Hier können auch bereits montierte Räder noch einbmal ausgewuchtet werden, da im Fahrbetrieb Auswuchtgewichte auch mal abfallen können.
Reifenlagerung
Fehler bei der Lagerung können zu Schäden führen und die Lebensdauer verkürzen, warnen die Sachverständigen von DEKRA. Vor der Demontage die Position des Reifens am Fahrzeug mit Wachskreide kennzeichnen (z.B. VL für vorne links), reinigen und in einem trockenen, kühlen und dunklen Raum, geschützt vor Ölen, Kraftstoffen, Fett, Chemikalien und Staub, stapeln (maximal vier übereinander) oder hängend lagern.
Wenn Sie wenig Platz haben oder das Risiko durch falsche Lagerung ausschließen möchten, fragen Sie Ihr en Reifenhändler oder Ihr Autohaus nach Einlagerungsmöglichkeiten für Ihre Reifen. Gegen eine geringe Gebühr übernimmt man das für Sie gerne.
Diese Tipps wurden auf Basis eines Textes der DEKRA Sachverständigenorganisation erstellt und von Tires24 ergänzt.

