EU-Entscheidung zur Reifen-Kennzeichnung ist durch

27. November 2009
Das neue EU-Label für Reifen

Das neue EU-Label für Reifen

Reifen müssen ab November 2012 nach ihrer Treibstoffeffizienz, Haftung bei Nässe und Lärmerzeugung gekennzeichnet werden, hat das Europäische Parlament gestern entschieden. Dieses neue Kennzeichnungssystem ähnelt den Energieklassen von Haushaltsgeräten. Wir hatten bereits in 2008 von den Plänen der EU berichtet, damals hatte Continental sich dafür eingesetzt, dass Sicherheit eine größere Rolle bei der EU-Kennzeichnung spielen solle.

Die Reifenkennzeichnung wird in Qualitätsklassen angegeben von der besten Leistung mit einem grünen „A“ bis zur schlechtesten mit einem roten „G“. So kann der Autofahrer leicht erkennen, wie spritsparend der Reifen ist und wie gut seine Nässe-Haftung wirkt. Außerdem wird seine Lärmerzeugung in Dezibel dB(A) signalisiert.

Ab 1. November 2012 müssen Lieferanten von Reifen für Pkw sowie leichten und schweren Nutzfahrzeugen die Verbraucher über Kraftstoffverbrauch, Nässe-Haftung und Lärmklassen der Reifen in allen technischen Verkaufsmaterialien informieren. Ausnahmen sind runderneuerte Reifen, professionelle Geländereifen und Rennreifen.

Alle ab dem 1. Juli 2012 produzierten Reifen müssen bereits einen Qualitätsklassifizierungs-Aufkleber oder Zusatzinformationen haben, bevor sie aus dem Werk an den Handel und die Werkstätten geliefert werden.

Autoreifen haben einen signifikanten Einfluss auf die Emission, deren Verringerung die EU große Aufmerksamkeit in den letzten Jahren geschenkt hat. Der Anteil des Reifen-Rollwiderstands an dem Kraftstoffverbrauchs des Autos kann bis zu 20 Prozent betragen. Durch Verbesserung des Rollwiderstands können also der Spritverbrauch des Fahrzeuges und die Auspuffabgase wesentlich reduziert werden.

Der Rollwiderstand bezieht sich auf die Energie, die durch die Verformung entsteht, wenn der Reifen auf der Straße rollt. Diese Verformung und die Energiemenge, die dafür nötig ist, können durch die Struktur und Materialwahl bei der Reifenkonstruktion beeinflusst werden. Geringer Rollwiderstand bewirkt niedrigeren Treibstoffverbrauch und niedrigere CO2-Emissionen. Zur Zeit haben die besten Reifen auf dem Markt die „C“-Klasse gemäß der zukünftigen Rollwiderstand-Klassifikation.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) lobte die neue Kennzeichnungsverordnung für Autoreifen. Sie sei auch ein Schritt hin zu mehr Klimaschutz im Verkehr: Mit spritsparenden Reifen lasse sich der CO2-Ausstoß eines Autos um bis zu fünf Prozent senken, sagte Kurt Bayer vom VCD-Bundesvorstand. Kritisch sieht der ökologische Verkehrsverband aber, dass die Autohändler sich aussuchen können, ob sie den Aufkleber mit den entsprechenden Werten auf jeden einzelnen Reifen kleben oder Musterreifen im Verkaufsraum einmalig mit einem gedruckten Etikett versehen. Es sei wichtig, dass Kunden auf den ersten Blick erkennen können, ob Reifen spritsparend, leise und sicher seien. Daher sollte das Label immer am Reifen selbst angebracht werden. Auch die Kontrolle der Einhaltung der Standards müsse noch geklärt werden.

Auch Nokian sieht die Entscheidung positiv: „Schon seit Jahren leisten wir nachhaltige Entwicklungsarbeit in der Reifensicherheit und Umweltfreundlichkeit. Diese Kennzeichnung bringt eine Herausforderung, aber die Entscheidung ist sehr positiv. Für einen Hersteller wie uns, der sich auf High-Quality-Produkte spezialisiert hat, bietet sie viele Chancen. Die klare Kennzeichnung mit der Angabe des Reifen-Rollwiderstands, der Nässe-Haftung und des Geräuschwertes wird Verbrauchern helfen zu entscheiden, welchen Reifen sie kaufen“, erklärt Kim Gran, Präsident und CEO des finnischen Reifenproduzenten Nokian Tyres.

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