Bridgestone zieht sich aus der Formel 1 zurück

19. November 2009

Der Reifenhersteller Bridgestone hat am 2. November in Tokio eine Pressemitteilung veröffentlicht, nach der sich das Unternehmen mit Vertragsauslauf  zum Ende der Saison 2010 aus der Formel zurückziehen wird.

Die Entscheidung erfolgt analog zur  schrittweisen Veränderung des geschäftlichen Umfelds des Reifenherstellers: Es wird für das Unternehmen immer wichtiger, seine Entwicklungskapazitäten auf die Entwicklung umweltfreundlicherer Produkte zu legen und damit seinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Da passt die Formel 1 nicht mehr rein.

Bridgestone hat in den dann 13 Jahren Formel 1 Unterstützung durch die Beteiligung am Spitzensport im Automobilbereich viel Brand-Awareness aufbauen können. Und so muss man das ganze Engagement denn auch als große Marketing-Operation verstehen, der immer wieder gebetsmühlenartig verkündetete Technologietransfer zu jedermanns Pkw-Reifen ist nicht gegeben. Ein Reifenhersteller geht in die Formel 1, um sein Image sportlicher zu machen und damit mehr ertragsstarke Breitreifen zu verkaufen. Das ist die Story. Natürlich gibt es Abstrahleffekte in die anderen Reifenbereiche. Ein Fuhrparkleiter oder Geschäftsführer eines Reifenhandels freut sich natürlich über die Einladung mit VIP-Package zum Formel 1 Rennen und wird nach dem Besuch an der Rennstrecke ein anderes Gesicht des Reifenherstellers kennengelernt haben, das ihn in seinem Alltag noch ein wenig begleitet.

Mercedes-Benz startet mit einem eigenen Team in die Saison 2010 - andere steigen aus (Foto: Daimler)

Mercedes-Benz startet mit einem eigenen Team in die Saison 2010 - andere steigen aus (Foto: Daimler)

Wie es sich gehört, verweist Bridgestone in der Erklärung noch darauf, dass man den Vertrag gewissenhaft bis zum Ende erfüllen werde und dankt allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.

Bei der Formel 1 kommen die Einschläge immer näher: Letztes Jahr zog sich Honda zurück, nun BMW und Toyota und jetzt muss man auch noch einen neuen Reifenhersteller finden, der bereit ist, viel Geld in die Hand zu nehmen, um sein Markenimage global sportlicher zu gestalten. Michelin wird es meines Erachtens nach nicht sein, wahrscheinlich geht es eher Richtung Korea, denn die dort sitzenden Reifenbauer wollen noch mehr erreichen.

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