Für bessere Bodenhaftung bei niedrigen Temperaturen: Jetzt umrüsten auf Winterreifen

4. Oktober 2009

Von Oktober bis Ostern, so besagt eine Faustregel, sollten die Kfz-Sommerreifen eingelagert und Winterreifen auf den Achsen montiert sein. Nicht nur bei geschlossener Schneedecke sind Winterpneus die adäquate Fahrzeugbereifung, sondern aufgrund ihrer speziellen Gummimischungen und Profile bieten sie bereits bei Außentemperaturen unter 7 Grad Celsius in der Regel die bessere Bodenhaftung. „Winterreifen sind speziell für niedrige Temperaturen entwickelt. Und die gab es in der Saison 2008/2009 in ganz Deutschland an 185 Tagen“, so betont Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV e.V., Bonn), unter Bezug auf eine Auswertung von Daten des Deutschen Wetterdienstes.

Auch wenn es in Deutschland keine gesetzlich vorgeschriebene Winterreifenpflicht gibt: Seit Mai 2006 schreibt die Straßenverkehrsordnung vor, dass die Ausrüstung von Kraftfahrzeugen an die Wetterverhältnisse anzupassen ist. In diesem Zusammenhang werden explizit geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage genannt. Verstöße gegen die Vorschrift zur geeigneten Bereifung werden mit einem Bußgeld von 20 Euro belegt. Führen diese zudem zu einer Verkehrsbehinderung, sind 40 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig.

Was aber ist geeignete Bereifung im Sinne der StVO? „Sommerreifen im Sommer, Winterreifen im Winter!“, so empfiehlt Verbandschef Drechsler und ergänzt: „Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Pkw-Winterreifen, die mit ‚M+S‘, ‚M&S‘ oder ‚M.S.‘ gekennzeichnet sind, die Forderung nach geeigneter Bereifung im Winter erfüllen. Auch Ganzjahresreifen, die den Zusatz tragen, gelten als Winterreifen im Sinne der hierzulande für Reifen vorgeschriebenen gesetzlichen Regelungen.“ Erkennbar sind Winterreifen übrigens auch recht einfach an den gut sichtbaren Lamellen auf der gesamten Lauffläche bis in die Reifenschulter – das sind feine, meist zickzackförmige Einschnitte in den Profilblöcken.

Selbst ein mit M+S gekennzeichneter Reifen ist für die kalte Jahreszeit optimal allerdings nur noch geeignet, wenn er genügend Profiltiefe aufweist. Empfohlen werden mindestens vier Millimeter. Darunter gehen Haftung und Traktion besonders auf Schnee und Eis spürbar zurück.

Bei der Reifenauswahl sollte Sicherheit an erster Stelle stehen. Die Tests von Automobilclubs und Kfz-Zeitschriften zeigen immer wieder, dass insbesondere Billigreifen aus Asien beim Bremsweg oft zu wünschen übrig lassen. Nicht der Preis allein, sondern vielmehr ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis sollte das Kaufkriterium sein. Wer sich diesbezüglich unsicher ist, sollte das Beratungsangebot des spezialisierten Reifenhandels nutzen. Qualifizierte Verkaufsmitarbeiter helfen bei der Auswahl der optimal auf kundenindividuelle Bedürfnisse zugeschnittenen Bereifung.

„Je eher Sie jetzt einen Umrüst-Termin machen, desto besser“, empfiehlt der Reifenprofi vom Bundesverband. „Denn zu Beginn der Saison sind die Läger noch gut gefüllt, die Auswahl ist groß und vor allem ist man schon längst gerüstet, wenn spätestens kurz nach dem ersten Schneefall der große Ansturm auf den Reifenhandel – mit entsprechenden Wartezeiten – los geht!“

Mehr Tipps und Informationen rund um Räder und Reifen hält der BRV auf seinem Verbraucherportal www.reifen-kompetenz.de bereit. Auch die Homepage www.pro-winterreifen.de der vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) gegründeten und vom BRV mit getragenen „Initiative PRO Winterreifen“ ist einen Besuch wert.

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