Continental vor weiteren Restrukturierungen

16. Juni 2009

Nach dem beschlossenen Ende der Pkw-Reifenproduktion im französischen Clairoix steht bei der Continental AG nun auch die Produktion der Vormaterialien im österreichischen Traiskirchen vor dem Aus. Traiskirchen war einstmals die Zentrale des österreichischen Reifenherstellers Semperit. Die Reifenproduktion in Traiskirchen wurde unter heftigsten Protesten der Mitarbeiter und österreichischen Politik bereits vor Jahren geschlossen. Die in Traiskirchen verbliebenen Mischungs- und Gummierungsaktivitäten würden angesichts des massiven Nachfrageeinbruchs und einer Überkapazität von 18 Millionen Pkw-Reifen in dem Umfang nicht mehr benötigt und sollen zum Jahresende auslaufen, erklärte der für die weltweite  Pkw-Reifen Produktion zuständige Bernhard Trilken am Dienstag in Hannover.

“Wir gehen davon aus, dass wir das hohe Produktionsniveau aus 2007 und der ersten Hälfte 2008 in den nächsten Jahren nicht wieder erreichen werden,” ergänzte Trilken. 195 Beschäftigte sind von der Schließung betroffen und wurden heute morgen über die Schließungspläne informiert.

Der Conti-Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann hatte im ersten Quartal bereits angekündigt, weitere Einschnitte vorzunehmen, um im Gesamtjahr noch operativ schwarze Zahlen zu schaffen. Bereits bis Ende März 2009 hatten die Hannoveraner weltweit mehr als 6.000 Stellen gestrichen.

Auch bei der Conti-Automobilsparte wird nun gespart: Hier stehen nun bundesweit 2.500 Stellen und damit fast jeder zehnte Arbeitsplatz auf der Kippe. Die Pkw-Reifenproduktion im französischen Clairoix mit 1.120 Mitarbeitern wird zum Jahresende geschlossen. Im Lkw-Reifenwerk in Hannover-Stöcken soll die Produktion dann ebenfalls gestoppt werden. Rund 200 Mitarbeiter verlieren damit ihren Arbeitsplatz. Weitere rund 225 Beschäftigte sollen bis Ende September 2010 sukzessive gehen.

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