Continental AG besorgt über Einmischung in Verhandlungen mit Banken

12. Dezember 2008

Der Vorstand der Continental AG, Hannover, zeigt sich be­sorgt über eine Einmischung der Schaeffler Gruppe in Geschäftsverhandlungen der Conti­nental. „Wir haben Kenntnis bekommen von einem Brief der Geschäftsführung der Schaeffler Gruppe an gleich mehrere unserer Banken. In diesem Schreiben versucht die Schaeffler Gruppe eindeutig, Einfluss auf die von Continental proaktiv betriebenen Gespräche über die nachhaltige Absicherung unserer Finanzierung zu nehmen. Dieser Schritt ist ein massiver Eingriff in die souveräne und unabhängige Geschäftsführung der Continental. Das Vorgehen der Schaeffler Gruppe hat uns irritiert, weil diese damit unseres Erachtens eindeutig gegen den Geist der gemeinsam erarbeiteten Investoren-Vereinbarung verstößt. Diese Intervention erfolgt obendrein zu einem Zeitpunkt, an dem eine Freigabe der EU-Kommission noch nicht vorliegt“, sagte der Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Karl-Thomas Neumann am Freitag in Hannover.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand Dr. Alan Hippe wies darauf hin, dass Continental die Gespräche mit den Banken wie vorgesehen führen wird: "Unsere Geschäftspartner in den Banken kennen unsere Erfahrung und Zuverlässigkeit seit vielen Jahren. Mit unserem proaktiven Vorgehen sichern wir vorausschauend unsere Finanzierung im Hinblick auf die Ungewissheiten bezüglich des Krisenjahrs 2009 weitestgehend ab. Dies wirkt positiv für Continental und liegt gleichzeitig im Interesse aller unserer Aktionäre, insbe­sondere der Schaeffler Gruppe. Dies gilt umso mehr, als Continental in 2008, 2009 und 2010 einen substanziellen Free Cashflow erwirtschaften kann und damit seine Schulden weiter – wie in 2008 – kontinuierlich zurückführt.“

In der im August 2008 mit der Schaeffler Gruppe gemeinsam erarbeiteten unbefristeten In­vestoren-Vereinbarung wurden umfangreiche Regelungen zum Schutz der Interessen der Continental AG sowie ihrer Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden getroffen. Sie kann frühestens im Frühjahr 2014 gekündigt werden. Schaeffler hat darin unter anderem verbindlich zuge­sagt, das Engagement bei der Continental AG innerhalb der nächsten vier Jahre auf eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 49,99 Prozent zu beschränken. Zudem hat Schaeffler sich verpflichtet, die bisherige Strategie und Geschäftspolitik des Vorstands unter Beibehaltung des bisherigen Markt- und Markenauftritts zu unterstützen und keine Verkäufe oder sonstige wesentliche Strukturmaßnahmen zu verlangen. Herr Bundeskanzler a. D. Dr. Gerhard Schröder ist als Garant für die Einhaltung der Verpflichtungen an der Investorenvereinbarung beteiligt.

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